Faszination Anbetung

Martin Pepper ist nicht nur für Szenekenner kein Unbekannter. Der Theologe, Songwriter und Autor hat die deutsche Lobpreisszene entscheidend mit beeinflußt. Mit einer Vielzahl von Liedern, die den Weg in eine ganze Reihe von Liederbüchern gefunden haben und 20 Soloalben hat er seine musikalische Visitenkarte schon lange und überzeugend abgegeben. Dabei hat er, mehr und mehr, auch Themen aufgegriffen, die man nicht sofort im klassischen Lobpreissektor vermutete. Als Theologe war bisher allerdings weniger zum Thema von ihm zu hören. Das holt er nun eindrucksvoll nach. Anfang 2017 erschien der erste Band einer Trilogie der Anbetung. Und eines kann man ohne Untertreibung sagen. Hier wird das Thema das erste Mal in einer Breite behandelt, die ihresgleichen sucht. Eigentlich sollte man von einer wissenschaftlichen Abhandlung sprechen, so kompetent, fachlich einwandfrei und umfassend arbeitet er den Gegenstand des Interesses ab. Dabei belässt er es aber nicht, denn hier ist einer am Werk, der mit seiner Überzeugung als Christ bei der Sache ist. Und deswegen geht es eben nicht nur um trockene Fakten und deren Analyse, denn Martin Pepper schreibt als Christ, der einen persönlichen Zugang zum Thema hat. Er bemerkt dazu: „Wir müssen mehr über unsere Anbetung nachdenken. Es ist an der Zeit nicht nur über Musikstile, alte und neue Lieder, Vorlieben und Abneigungen zu sprechen, sondernd das Innere der Anbetung neu in den Blick zu nehmen“. Diese Orientierung macht damit schon den ersten Band zu einer wahren Fundgrube. Von einer ersten Annäherung an die Frage was Anbetung ist, wer Gott als Gegenüber sein kann, bis hin zur Vielfalt der Anbetung, ihrem Anliegen und den Archetypen wird ein komplexes und umfassende Bild der Anbetung gezeichnet. Abschließend widmet sich Martin Pepper in diesem ersten Band dann noch den Formen der Anbetung.
Dieses Buch ist damit vor allem Eines: ein Arbeitsbuch. Und deswegen stecke ich als Rezensent zum Zeitpunkt meiner Rezension immer noch mitten drin und arbeite mich Kapitel für Kapitel voran. Da mich das bisher Erarbeitete allerdings so nachhaltig beeindruckt hat, habe ich mich dazu entschlossen dieses Buch (und die noch folgenden Bände) uneingeschränkt zu empfehlen. Damit ordne ich mich offensichtlich in die bereits lange Reihe von Personen ein, die dieser erste Band ebenfalls begeistert hat. Ich kann mich in meiner bisherigen Analyse vor allem Dr. Michael Diener anschließen, der bemerkt: „Mich würde es nicht überraschen, wenn wir hier in einigen Jahren von einem Standardwerk sprechen“. Ich ergänze: Ich bin mir sicher, dass dieses Werk im neuen Studiengang B-Pop, in anderen Ausbildungsgängen und darüber hinaus ein, wenn nicht sogar, das Standardwerk sein wird.
Thomas Nowack