MIZ veröffentlicht aktuelle Zahlen zu Musikpräferenzen

12,7 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren haben Interesse am Besuch von „klassischen Musikfestivals wie Salzburg, Bayreuth usw.“. Das Besuchspotenzial klassischer Musikfestivals erreicht damit aktuell den höchsten Wert seit 15 Jahren. Besonders hoch ist das Interesse in der Gruppe der über 70-Jährigen, in der knapp 24 Prozent klassische Musikfestivals besuchen würden, während es etwa bei den 14- bis 19-Jährigen nur 3,7 Prozent sind. Geringere Unterschiede zeigen sich dagegen im Vergleich einkommensschwacher und einkommensstarker Haushalte.
Dies und viel mehr lässt sich in den neuen Statistiken des Deutschen Musikinformationszentrums (MIZ) nachlesen. Fragen zu Musikgeschmack und Konzertbesuchen werden hier bezogen auf Alter, Schulbildung, Einkommen und Geschlecht auf der Grundlage der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) dargestellt, die jährlich veröffentlicht wird und repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren ist (2019 rund 70,6 Millionen Menschen). Neben der Darstellung zum Interesse am Besuch von klassischen Musikfestivals liegen im Statistikportal des MIZ aktuelle Daten und Zeitreihenvergleiche zum Interesse am Besuch von Jazzfestivals, dem Interesse am Besuch von Rock- und Popfestivals bzw. Rock- und Popkonzerten sowie den Besuchen von Musikveranstaltungen und Konzerten vor. Die Statistiken Bevorzugte Musikrichtungen nach Altersgruppen sowie Bevorzugte Musikrichtungen nach Geschlecht bilden ebenfalls Trends des Musikgeschmacks ab.

Quelle: MIZ und DMR

Abschied vom Sonntagsgottesdienst?

Die liturgische Konferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat eine Kirchgangsstudie veröffentlicht. Daran teilgenommen haben 10.378 Personen, mehr als vorab erwartet. Die Fülle der Daten und Details ist groß und lohnt die Auswertung der Studie als Ganzes zu lesen. Interessantes Detail am Rand ist u.a. der überproportional hohe Anteil von Teilnehmern mit Hochschulabschluss, der mit 50% weit über dem Bundesdurchschnitt liegt. Offen spekuliert die Studie hier darüber ob die Kirche den Anschluss an bildungsferne Milieus verliert. Wohl eine der wichtigsten Rückmeldungen ist der Zeitpunkt des sonntäglichen (Haupt)gottesdienstes. Für viele sei der traditionelle Sonntagsgottesdienst – so das Ergebnis der Studie – nicht (mehr) attraktiv. „Angesichts schwindender personeller und finanzieller Ressourcen, vor allem aber mit Blick auf die geringe Reichweite sollte vielerorts engagierter und ergebnisoffener über seinen Fortbestand diskutiert werden“. Musik spielt bei der Befragung ebenfalls eine Rolle, wenn auch eine nicht so große. Immerhin 62% geben an den Gottesdienst zu besuchen, weil ihnen die Musik gefällt. Hierbei scheint die populäre Musik eine größere Rolle zu spielen. Leider sind in der Auswertung hierzu keine weiteren Details zu finden. Die Studie ist als pdf diesem Link erhältlich.